Seniorenwegweiser Singen

1. Beratung und Information 22 Die Nachlassregelung Auch Erben will gelernt sein An die letzten Dinge möchten viele zu Lebzeiten noch nicht denken – mit fatalen Konsequenzen: Nicht nur bei einem plötzlichen Tod stehen die Hinterbliebenen häufig vor dem Rätsel, was mit dem Erbe zu gesche- hen hat. Frühzeitige Regelungen können Verwirrun- gen und Streitigkeiten vermeiden, wenn sie den ge- setzlichen Regelungen genügen. Obwohl das Erbrecht, das im Bürgerlichen Gesetz- buch (BGB) geregelt ist, für den Laien kompliziert erscheint, gibt es ein paar einfache Grundsätze. So erben Kinder und Ehepartner immer, denn sie haben Pflichtteilsansprüche. Auch der testamentarische Al- leinerbe muss diesen Pflichten nachkommen. Eine häufig gestellte Frage: Wie hat ein Testament auszusehen, damit es Gültigkeit erlangt? Zunächst gibt es das privatschriftliche oder hand- schriftliche Testament. Es muss tatsächlich vom Erblasser persönlich und handschriftlich verfasst und unterzeichnet sein. Der Wille muss klar und un- missverständlich ausgedrückt werden. Wichtig ist die Nennung der Erben und die Verteilung des Er- bes. Auch Ort und Zeitpunkt des Verfassens soll- ten enthalten sein, für die Gültigkeit ist dies jedoch nicht zwingend notwendig. Damit könnten bei Vor- liegen mehrerer Testamente aber Missverständnisse vermieden werden. Laut Stiftung Warentest sind über 90% aller handschriftlichen Testamente fehlerhaft. Zahlreiche Irrtümer im Erbrecht sind Ursache für die fehlerhaften Testamente. Mehrere Möglichkeiten der Gestaltung Ehepaare können in einem sogenannten gemein- schaftlichen Testament ihren letzten Willen hand- schriftlich bekunden, auch hier sind die Unterschrif- ten der Erblasser erforderlich. Die Alternative ist ein von ein notariell beurkundetes Testament oder aber ein Erbvertrag. Grundsätzlich lässt sich das Tes- tament jederzeit aufheben oder erneuern und ab- ändern. Ist aber ein gemeinschaftliches Testament mit dem Ehepartner errichtet worden, kann man sich nur eingeschränkt davon lösen. Noch mehr Bindungs- wirkung entfaltet der Erbvertrag. Hier können auch die gesetzlichen Erben mit einbezogen werden, die eventuell auf ihre Erbteile oder sogar auf ihre Pflicht- teile ganz oder teilweise wirksam verzichten. Lassen Sie sich beraten Lassen Sie sich ausführlich durch einen Rechtsbei- stand oder ein Notariat beraten. Besonders bei Im- mobilienbesitz ist die Beratung durch eine fachkun- dige Kanzlei zu empfehlen. Rechtssicherheit zahlt sich aus! © Gerhard Seybert - stock.adobe.com

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